Doomscrolling: Vom Dancefloor in den Newsfeed.
Shownotes
Kommt dir das bekannt vor: Du wolltest eigentlich nur kurz aufs Handy schauen – und plötzlich bist du seit einer Stunde im Feed, fühlst dich überfordert, unruhig oder noch schlechter als vorher? In der neuen Folge von
Nachtschatten reloaded sprechen Jessie, August von SONAR und Gordon von Lost in Space über
Doomscrolling: Warum negative Nachrichten uns so festhalten können, warum das besonders nach
einer langen Nacht oder beim Come-Down belastend sein kann und wie digitaler Safer Use aussehen
kann.
In dieser Folge geht es um konkrete Strategien für Selbstfürsorge: Benachrichtigungen, Schlaf, Reize reduzieren,
Umgang mit Angst, Unterstützung holen und die Frage, wie wir informiert bleiben können, ohne
dauerhaft im Alarmmodus zu sein.
Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:12: Hallo, ihr hört den Nachtschatten Reloaded Podcast über Safer Use Nachtleben.
00:00:18: Und alles, was uns darin manchmal ein bisschen zu sehr im Griff hat.
00:00:23: Mein Name ist Jessie und ja heute geht es ausnahmsweise mal nicht um Substanzen, sondern es geht um Verhaltenssüchte.
00:00:30: Also ganz vereinfacht gesagt, nicht eine Substanz macht den Kick, sondern eben das Verhalten an sich.
00:00:37: Das Verhalten kann eigentlich ganz vielfältig sein.
00:00:39: Es können Zocken, Shoppen, Scrawlen, Sport... Die Liste ist fast unendlich!
00:00:46: Aber was es immer gemeinsam hat, ist dass das Verhalten im Gehirn so den Wunsch auslöst.
00:00:52: Na komm schon!
00:00:53: Nur noch einmal nur noch ganz kurz da kommt bestimmt noch etwas ganz ganz Tolles.
00:00:58: und genau da sind wir auch beim Scrawling ja?
00:01:02: Wir reden heute über Scrawlling oder vielleicht auch Doomscrawling Ihr kennt das ja selbst, ne?
00:01:08: Man möchte so ganz kurz mal auf das Handy schauen und zack.
00:01:12: Sind fünfvierzig Minuten um, das Ganze war danach ein wilder Mix aus Rabbit Hole an Themen aus Katastrophen oder vielleicht auch witzigen Tier-Realts.
00:01:22: Und was uns daran so reizt und was es mit unserem Kopf macht und warum das gerade auch nach einer langen Nacht oder eben dem Come Down relevant ist Das besprechen wir heute gemeinsam mit August von Sonar.
00:01:35: Die kennt ihr ja schon.
00:01:36: Und die neue Stimme hier bei mir am Mikrofon, das ist Gordon von Lost in Space.
00:01:41: Gordon, magst du dich kurz selbst vorstellen?
00:01:43: Genau!
00:01:44: Ich bin Gordon und ich leite das Zentrum für Verhaltenzucht zu dem auch Lost In Space gehört.
00:01:50: Lostin Space ein Projekt was es jetzt mittlerweile schon zwanzig Jahre gibt indem wir zum Thema Medienabhängigkeit beraten und es war eben ganz am Anfang, ganz klassisch an der Konsole zu spielen.
00:02:03: Und natürlich ist jetzt die Handynutzung sehr stark auch im Fokus.
00:02:07: Und das eben nicht nur beim Scrolling, bei Social Media oder auch bei Gaming sondern Pornografie ist eben auch ein Bereich.
00:02:15: also Menschen die exzessiv Pornographie konsumieren Glücksspiele über den Smartphone konsumiert Online Shopping und das sind Verhaltensweisen die sich ähnlich auswirken wie in Suchtverhalten oder sich ähnlich anfühlen.
00:02:31: Betroffene, die zu uns kommen, die beispielsweise eine andere Abhängigkeit haben und da trocken sind oder eben auch nicht mehr kann ich Substanzen konsumieren, die dann zu uns kommt und sagen, dieser Porno-Konsum fühlt sich so an wie damals als ich Koks konsumiert habe.
00:02:46: Also dieses Gefühl das da entsteht und auch die Verhaltensweisen sind denen von Substanzkonsum, Alkoholkonsums recht ähnlich.
00:02:57: Würdest du sagen, dass Lost in Space hat es dann immer was mit dem Screen zu tun?
00:03:02: Wenn du sagst, das Zentrum für Verhalten sucht, das hat erst mal etwas mit Verhalten zu tun und Lost In Space ist dann immer so ein bisschen Screen verhalten...
00:03:07: Genau!
00:03:07: Da geht's eigentlich immer um Bildschirmen.
00:03:09: Das heißt, zu Hause am rechten oder am Laptop an der Konsole, am Tablet oder eben des Smartphones wenn man unterwegs ist.
00:03:17: Kannst du mir noch Beispiele für andere Verhaltenssüchte nur um das vielleicht ein bisschen greifbarer zu machen, die nichts mit Screen so tun haben?
00:03:23: Genau.
00:03:23: Also ganz klassisch zu den ersten Verhaltensauchten.
00:03:26: gehe hier zum einen das kaufen also das Shopping wirklich loszugehen ins KDW zu gehen und Klamotten einzukaufen und es eben nicht stoppen zu können.
00:03:36: Zum anderen Klassiker gehört das Glücksspiel, also Glücksgesucht ins Spiel Casino zu gehen, Roulette zu spielen.
00:03:43: Automaten zu stehen da die ganze Nacht im Automatenkasino zu verbringen und dann eben keine Kontrolle mehr zu haben um uns nicht zu schaffen aufzuhören.
00:03:52: Das sind vielleicht so die beiden klassischen und die anderen Formen von Verhaltenssüchten, die finden meistens irgendwie vor dem Bildschirm starten.
00:04:03: Man merkt es Auch schon beim Glücksspiel und auch beim Shopping.
00:04:06: Das sind großteil derer, die heute zu uns in eine Beratungsstelle kommen, die es wirklich am Screen am Bildschirm machen.
00:04:13: Ich habe bei mir so ein bisschen beobachtet.
00:04:14: alles was mir Freude bereitet kann ich zum schwierigen Verhaltensmuster entwickeln also ob Sport ist oder ob es Essen ist oder das Tracking von Essen Selbstoptimierung.
00:04:23: Also es ist alles so ein Bisschen ruhig mit deinem Go-Out.
00:04:26: Sobald es mir Freute bereitet, kann ich damit indem ich Hyperfokus drauf lege dass auch zu einer schwierigen August, jetzt möchte ich natürlich wissen wie kamst du auf das Thema.
00:04:37: Was hat denn das für dich mit Nacht erleben zu tun?
00:04:41: Eine sehr gute Frage.
00:04:42: tatsächlich würde ich sagen dass es sich wahrscheinlich in den letzten zwanzig dreißig Jahren verändert.
00:04:49: wenn wir zum Beispiel an unseren come down denken der wäre vor hätten wir vor drei Jahre in den podcast folgen den podcast damals nicht gegeben Aber hätten wir den auf jeden Fall anders besprochen.
00:05:00: und jetzt in der heutigen Medienwelt ist Doomscrolling aus meiner Sicht, aus unserer Sicht auf jedenfall Teil des Come Downs.
00:05:07: Es kann natürlich sein dass man sich darin verliert verhargt das es Gefühle auslöst und deswegen wollten wir uns das nochmal dezidiert oder genauer angucken anstatt das jetzt einfach in so einer Folge vom Come Down nur so nebenbei abzuhandeln.
00:05:25: Deswegen, ja, Handy gehört zum Nachtleben auch dazu.
00:05:29: Ich glaube, Jesse hat es vorhin noch mal gesagt nicht nur als Zielunterlage sondern als Gegenstand der zu uns aktuell leider sehr dazugehört.
00:05:38: Eigentlich bin sowieso begeistert also verhaltensgebundene Süchte auch mal zum Thema zu machen weil wir könnten eigentlich schon damit ansetzen.
00:05:45: heute konzentrieren wir uns auf das Handy aber ihr merkt ich habe davor das Thema vielleicht größer aufzumachen.
00:05:51: Party machen, Eskapismus vielleicht auch schon alleine der Zwang hier in Berlin jeden Abend auszugehen ist man da auch noch mal reflektiert.
00:05:59: warum mache ich denn das?
00:06:00: was für ein Verhalten steht da vielleicht hinter?
00:06:02: aber heute erstmal das Handy Gordon wir steigen jetzt direkt ein.
00:06:06: August hat schon den Begriff Doom Scrolling in den Raum geworfen.
00:06:09: es muss ein Omni präsent sein.
00:06:11: kannst du's vielleicht erst nochmal sagen?
00:06:12: was ist ein Doomscrawling überhaupt?
00:06:13: was gehört darunter?
00:06:16: Das ist eher auch so inhaltlich basiert.
00:06:18: Bei DUM-Scrolling geht das so originär ganz viel um negative Nachrichten, um schlechte Nachrichten und um Nachrichten die mich emotional negativ beeinflussen.
00:06:30: Ich würde es gerne erst mal zu Beginn nochmal ein bisschen weiterfassen weil häufig geht's erstmal los mit Scrolling Also Endloßscrolling wo es erstmal noch gar nicht darum geht dass ich negative Nachrichten irgendwie anschaue sondern Heimkomme vom Feiern Handy in die Hand nehmen und denke, ach nur mal kurz noch bei Insta oder TikTok mir die Fies anschauen.
00:06:50: Und dann erlebe ich eben eine Abfolge von ganz, ganz unterschiedlichen Dingen nach meinem Algorithmus.
00:06:57: Ja irgendwas Schönes, irgendwas was mich amüsiert, denn wieder etwas Erotisches, das was mich sexuell anregt.
00:07:03: Dann gibt es eine Nachricht, dann gibt's was Politisches.
00:07:07: Also ganz schnelle unterschiedliche Nachrichten, die unterschiedliche Emotionen in mir auslösen.
00:07:16: Und Doomscrolling im speziellen ist dann, wenn ich mich quasi in diesen inhaltlichen Feeds verfange die in mir negative Gefühle auslöschen und das Gefühl habe ich muss mich hier jetzt weiter informieren.
00:07:31: Ich muss mehr dazu wissen weil es irgendwelche Ängste in mir Und ich deshalb quasi in dieser negativen Spirale drin bleibe.
00:07:40: Du hast eben gerade schon gesagt und auch, ich finde das wichtig, Scrolling alleine kann schon schwierig sein zu beenden und ich kenne es von mir.
00:07:47: also es muss gar nichts können auch witzige Reels sein lustige Tiervideos geflasht, wie schnell die Zeit wirklich vergeht.
00:07:56: Es ist auch im Prinzip eine Verhalt.
00:07:58: Das kann auch ein problematisches Verhalten sein.
00:08:00: Hände einfach nicht weglegen können oder?
00:08:01: Richtig
00:08:02: genau!
00:08:03: Wir haben vorhin von forty-fünf Minuten gesprochen und dann wird der Arbeiten zu forty fünf Minuten wären.
00:08:08: Dann wäre es manchmal gut aber manchmal sind es in wirklich Stunden noch den ganzen Abend.
00:08:13: Ich kenne sie als eine Beratungsstelle von Menschen, die dann vier, sechs, acht Stunden in Pornografie-Konsum hängen bleiben.
00:08:19: Ja also auch im Scrawl oder im Suchen oder eben den sozialen Netzwerken.
00:08:25: Was würdest du denn sagen, wenn meine lustigen Tiervideos problematisch werden?
00:08:29: Also was ist ein so ein Scrawling.
00:08:31: Ich merke das selbst und dass ich finde es dann so schade um die Stunde Lebenszeit.
00:08:36: Und ich merke auch selber, leg das Handy weg.
00:08:39: mein innere Dialog sagt schon, leg's weg, leg' es weg!
00:08:41: Und ich kanns nicht.
00:08:43: Schwieriger oder problematischer zeigt sich immer dann, wenn ich andere Dinge vernachlässige.
00:08:49: Beispielsweise bist verabredet mit einem Freund und schaffst es eben da nicht auszuschalten, sondern sagst die Verabredung beispielsweise ab oder du schaffst Dinge, die du zu Hause erledigen möchtest nicht.
00:09:03: So das kennen wir alle dass wir Dinge aufschieben und nicht immer gleich alles machen so wie der Plan des ist.
00:09:09: aber wenn man eben merkt, dass man sich immer mehr zurückzieht braucht im Scrawling und eben aus dem Real-Life die Dinge nicht mehr erhegt.
00:09:20: Das kann beispielsweise so ein erstes Signal einfach auch sein.
00:09:24: Da ich immer Glück gehabt, also ich habe noch nie wegen einem witzigen Hundevideo einen Freund versetzt.
00:09:29: Aber manchmal schiebe ich andere Dinge auf Steuermachen.
00:09:32: Ist das schon problematisch?
00:09:33: Hundevideos vor Steuer, Hundevidios vor Finanzamt...
00:09:36: Also ich glaube Steuernmachen wurde schon früher aufgeschoben bevor es ein Smartphone gab.
00:09:44: Also die Steuerbericht noch nicht dazuzählen.
00:09:46: Das
00:09:46: beruhigt mich ungemein, jetzt kommen wir wieder zurück zum Doom Scrawling also das schlechte Nachrichtenlesen.
00:09:52: ich finde dass wenn auch wenn ich Freundinnen dabei beobachte wie sehr was das für Ausmaße annehmen kann Was macht das denn mit der Person?
00:10:05: Ich habe da meine Beobachtung aber lassen wir erstmal den Experten
00:10:09: sprechen.
00:10:11: Einzig bin ich noch mal wichtig, muss auch nochmal unterscheiden.
00:10:14: Dass eben es nicht drum geht dass ich mich informiere und dass ich Nachrichten lese und das ich's gefühle erbore.
00:10:22: Ich möchte für dazu jetzt einfach mehr wissen und eben nicht nur das Wissen aus dem kurzen Real irgendwie verwenden was auf zehn Sekunden oder fünfzehn Sekunden irgendwie zusammengeschnitten ist sondern der Unterschied ist schon dass die Person sich immer mehr darin verfangen und im Algorithmus beispielsweise so arbeitet Instagram und TikTok.
00:10:48: Die schwimmen uns nicht nur Dinge rein, die uns positiv beeinflussen und wo wir denken wow wieder ein lustiges Katzenvideo und wieder ein tolles Bild sondern der Algorithmos ist auch so gepolt das die Dinge einschwemmen die mich negativ oder negative Gefühle auslösen.
00:11:04: Also es geht im Prinzip immer darum, Emotionen auszulösen – drei, vier, fünf langweilige Sachen, die mich nicht interessieren und dann wieder was Emotionen auslöst.
00:11:17: Und das ist nochmal der Unterschied um sich zu informieren Personen, die im Doom-Scrolling verfallen sind.
00:11:26: Das wird manchmal so ganz fanatisch auch.
00:11:28: Also sie sehen manchmal gar nichts anderes mehr das ganze Leben oder der ganze Inhalt und da geht es manchmal gar nicht nur um eine Stunde wo man drin verfangen ist sondern dass sich das immer mehr auch im Alltag denn auch ausweitert.
00:11:39: ja dass sie keine anderen Themengebiete haben.
00:11:40: also dass das ein bisschen August, ich möchte von dir wissen, warum du dich explizit für Doom-Scrolling... Scrolling wäre ja auch schon ein Thema.
00:11:48: Aber Doom-Scrolling hat für mich auch etwas mit Psychohygiene zu tun oder so dass ich merke was macht denn das jetzt gerade mit mir und es tut mir nicht gut?
00:11:56: Genauso wie die Instagram-Seiten oder so seines Exfreundes zu checken oder seiner Exfreunden wo ich weiß eigentlich habe das keinen guten Effekt auf mich!
00:12:04: Eigentlich müsste ich das lassen und irgendwie kann ich das nicht.
00:12:06: Warum sprechen wir dann jetzt grade so im Party- und Konsumkontext vom Doom-scrolling?
00:12:12: Es gibt so zwei Gründe, warum wir drauf... Also einmal ist es natürlich immer nicht immer.
00:12:17: Aber wir entscheiden ja auch bei der Auswahl der Themen anhand dessen was sozusagen an den Ständenthema ist.
00:12:23: Das heißt das wurde sich explizit oder das war tatsächlich ein Thema?
00:12:28: Oder danach wurde gefragt plus der Zusammenmix natürlich auch aus den Substanzen.
00:12:34: Also es gibt Substanze, was das eindeutig nochmal genau diese Verhaltensweisen natürlich wahnsinnig unterstützen können oder die den Rausch noch mal explizit wirklich sehr verändern können wenn man jetzt zum Beispiel dran denkt an zum Beispiel eine aufputschende Substanz in Kombination also jetzt gucke ich Ihnen am Vetermine whatever, die eh schon Unruhe auslösen Unruhe auslösen und dann nochmal in Kombination mit Scrolling, Toon Scrolling oder aber wenn jetzt jemand zum Beispiel psychideelische Substanzen konsumiert wie LSD sozusagen diese Zusammenhänge sich anzugucken.
00:13:12: das fände ich gut.
00:13:13: Wir können also.
00:13:14: aber in der Folge finde ich es total wichtig dass man jetzt vielleicht nicht nur explizit auf Toom Scrolling sondern wir können das sehr offen auch formulieren ist meiner Sicht ja
00:13:23: Das, was du August grad gesagt hast, das glaub ich noch mal ein ganz wichtiger Punkt.
00:13:28: Wenn ich denn nach dem Feiern, nach dem Konsum heimkomme und ganz voll bin von Reizen und vielleicht körperlich erschöpft bin aber mein Kopf noch unglaublich aktiv ist um mich dann in die virtuelle Welt reinbegeben und vielleicht noch sehr aufgeputzt bin also das wird dann manchmal noch potenziert ja?
00:13:48: Also dass dieses Gefühl was da ausgelöst wird noch viel, viel stärker wird und auch dieses Gefühl dranbleiben zu müssen.
00:13:57: Also das ist was, was ich dann gegenseitig einfach ungünstig beeinflussen
00:14:03: kann.".
00:14:03: Ich versuche mich immer im Kopf selber zu coachen.
00:14:05: wenn ich merke – ich habe das ja nie in der Hand und eigentlich würde ich es gerne weglegen aber es gibt einen Anteil in mir dass nicht kann!
00:14:11: Dann überlege ich immer okay, was erhofft denn dieser?
00:14:14: Was hat denn mein Verhalten für einen positiven Wert sozusagen Bei mir, zumindest ich hoffe irgendwie auf eine positive Nachricht.
00:14:23: Also auf irgendwas Schönes.
00:14:25: Etwas in mir hofft noch auf so ein Highlight.
00:14:28: was genau steckt denn jetzt hinter dieser Gewohnheit?
00:14:32: Genau das ist es dieses.
00:14:34: Ah da könnte noch etwas Besseres kommen.
00:14:36: Da kommt noch was und wenn man zu Hirnoorganisch schaut oder was an Neurotransmittern passiert, dass quasi das Dopamin, was dafür verantwortlich die Motivation dran zu bleiben, nur noch so lange bis noch einmal ein gutes Video kommt.
00:14:54: Dann kommt es vielleicht und dann denke ich ah nochmal eins, jetzt bleibe ich nochmal dran.
00:14:59: Und dieses Überlegen das ist quasi der Präfrontalekortix, das Vernünftige in meinem Gehirn dass den vielleicht sagt ach ich lege es weg.
00:15:07: Aber in dem Moment und gerade wenn man dann vielleicht noch Substanzen konsumiert hat, ist einfach das Belohnungszentrum viel stärker.
00:15:15: Und möchte einfach einen nächsten Kick haben.
00:15:17: Das Belohnungssentrum oder das Gehirn denkt dort sehr kurzfristig.
00:15:21: Es denkt nicht jetzt in mehreren Stunden sondern das tut mir gut und es gibt mir erst mal ein gutes Gefühl.
00:15:27: Ja, dass ich von allen Möglichkeiten die Höchste habe.
00:15:30: Denken wir mal an Online-Dating.
00:15:32: also wenn ich mir unbedingt eine Beziehung wünsche, dann gibt's wahrscheinlich einen Teil mir der erst mal hundert wegswipe, aber denkt beim Hundert-Einsten.
00:15:40: Da kommt der Traummann.
00:15:41: Irgendwann muss er doch kommen.
00:15:44: Ich muss nur lange genug dranbleiben drei Stunden.
00:15:46: was ist das gegen... Aber ist es das?
00:15:48: Psychologisch?
00:15:48: Einmal das und auch die Endlosigkeit.
00:15:51: also zu wissen ist es gibt eigentlich kein Ende.
00:15:54: Das wäre ganz anders wenn ich wüsste da wären jetzt eben nur dreihundert Personen ja beim Dating und die würde ich durchgehen und dann können wir sie irgendwann abschließen.
00:16:02: Aber dieses Gefühl, und das passiert eben auch beim Doomscrolling.
00:16:06: Dieses Gefühl, ich könnte noch irgendwo was finden in irgendeiner Nische, könnt vielleicht noch die bessere Nachricht dazu kommen, die dieses Katastrophengefühl denn einfach auch verändert.
00:16:19: Um jetzt noch mal auf das Doomscrolling, ich habe gerade online Dating.
00:16:21: Da kann ich das verstehen, warum man vielleicht ... weil es irgendwie so ein innerer tieferer Wunsch und du hast nach so einem Dreihalt alles was du tun kannst ist Hinge oder Tinder you name it irgendwie.
00:16:31: Also du hast grade nur diese Möglichkeit also machst du das?
00:16:34: Dann kann ich schon verstehen welcher Anteil da dran bleibt.
00:16:37: bei doomscrawling.
00:16:38: Manchmal habe ich das Gefühl, korrigier mich wenn es nicht stimmt dem eigenen Leben eine Wichtigkeit zu geben.
00:16:44: In dem diese Meinung ich finde die Menschen die dumm scrollen und sich sehr monothematisch genau diesen Inhalt so deep daiven.
00:16:51: Die tragen das ja auch mit einer Audacity hinaus in das Leben und ich hab manchmal das Gefühl weise nicht.
00:16:59: Und
00:17:00: Ich werde auf jeden Fall Personen finden, die so ähnlich denken wie ich.
00:17:06: So Das, wenn ich jetzt die Berliner Zeitung aufmache oder die Süddeutsche oder was auch immer.
00:17:16: Dann habe ich ein Artikel und dann vielleicht noch einen Kommentar.
00:17:19: da habe ich irgendwie drei Ansichten, die entsprechend nicht hundert Prozent meinem.
00:17:25: aber wenn Social Media unterwegs bin, ich werde irgendwelche Personen finden die genau das aussprechen was ich denke und was ich fühle.
00:17:33: Also das heißt es wird noch mal viel mehr verstärkt.
00:17:36: und dann wow jetzt habe ich endlich habe ich jetzt jemand gefunden der genau denkt wie ich Und mich dann in dieser Bubble aufzuhalten und da natürlich andere finden.
00:17:45: Dann schaue wer folgt dem um mich denn immer mehr auf zu halten und dann mich in meinem Thema immer wiederzufinden mit all den ...positiven und negativen Gefühlen, die es denn eben auslöst.
00:17:57: Das ist so spannend!
00:17:58: Wenn man nicht meine jedes Verhalten hat ja im Prinzip mehr bei unser System will uns ja nicht schlechtes... aber es ist eigentlich so spannend.
00:18:05: also soziale Netzwerke dann diesen einen Anteil von uns fühlt sich alleine und dann bin ich ganz viel auf sozialen Netzwerken weil da finde ich ja die Gemeinschaft was denkst du für ein Verhalten?
00:18:16: Er hat Videospiele.
00:18:17: Ich überlege ich gehe das jetzt mal durch.
00:18:19: Glücksspiel kann ich mir auch.
00:18:21: Also online Glückspiel finanzielle Sicherheit nach dem schönen Leben.
00:18:27: Was haben bei Computerspiele?
00:18:30: Ich würde gerne nochmal zum Glück spielen, da geht es gar nicht nur um Finanzielles sondern Spaß zu haben den Kick zu bekommen in Risiko zu haben, also Glücksspieler gehen gerne ins Risiko.
00:18:42: Also dann die Idee ich setze jetzt zehn Euro ein und gehe vielleicht mit hundert Euro raus da fühlt man sich irgendwie toll weil ich habe das System geknackt ja ich weiß wie es geht ich hab richtig reagiert und ah man hat irgendein System denn irgendwie erkannt.
00:18:57: beim Computerspiel ist auch ganz Ganz unterschiedlich, meistens geht es auch mit anderen gemeinsam Zeit zu verbringen.
00:19:04: Mit anderen gemeinsam zu spielen.
00:19:06: Mit einem anderen gemeinsamen Strategie zu entwickeln und das darf man wirklich nicht vergessen.
00:19:14: im Computerspiel da bin ich mein Avatar Ich werde mich nicht gedisst aufgrund meines Äußeren ob ich ein paar Kilo zu viel habe oder zu dünn bin Ob meine Haut gerade unrein ist.
00:19:25: Also ich erlebe hier wenig Diskriminierung aufgrund meines Äußeren, sondern ich bin ja im Spiel und werde auf Grund meiner Fähigkeiten im Spiel.
00:19:34: gemocht oder kann ich mich in einer Gruppe anschließen?
00:19:37: Eigentlich so klug.
00:19:38: Also Online-Shopping wahrscheinlich, sich was Gutes zu tun irgendwie auch schöne Dinge sich zu belohnen irgendwie also noch mal ganz weil es ja dann oft mit Schuld und Charmeinher geht man bemerkt das irgendwie und dann denkt man sind meine da Und dass man sicher eigentlich etwas Gutes tun möchte ähnlich auch wie bei Substanzkonsum manchmal Dass man sich denkt.
00:19:56: Mensch Ich bin gerade überfordert mit der Realität.
00:19:58: Das ist ja eigentlich eine Coping Strategie.
00:19:59: Leben kann stressig sein.
00:20:01: Was ist denn August sonst vielleicht noch oder?
00:20:04: Ja,
00:20:05: wir müssen nochmal ganz wichtig am Anfang sind.
00:20:07: Oder Suchtmittel sind per se aus meiner Sicht nicht immer gleich problematisch sondern die erfüllen manchmal einen ganz ganz wichtigen Zweck mich aus einer Situation vielleicht rauszunehmen.
00:20:19: Problematisch wird es eben dann wenn das irgendwann zu meiner einzigen Bewältigungsstrategie wird als eine Strategie unter ganz vielen Strategien ist Dann ist dem erst mal nichts gegen zu sagen.
00:20:33: dem also wie gesagt da sind wir glaube ich einer Meinung.
00:20:36: aber august wie wenn mir jetzt damit der verbindung zur substanzkonsum sprechen gibt es da risiken die besonders beachtet werden sollen.
00:20:44: hast du auch so harm reduction saver use tips?
00:20:47: Also erstmal finde ich super auch noch mal was Gordon betont hatte, dass es jetzt nicht darum geht.
00:20:52: Es geht jetzt nicht darin, dass man überhaupt nicht mehr soziale Medien nutzen kann darf soll sondern ein bisschen mittelweg zu finden und sich aktiv zu hinterfragen.
00:21:01: Ich glaube das müssen wir!
00:21:03: Und ich weiß gar nichts würde mich nochmal interessieren eigentlich auf so einen Unterschied gibt zwischen den Menschen oder ihr denen beobachtet Zwischen der den Leuten, die mit Medien mehr aufwachsen.
00:21:13: Die mit Medien weniger aufwachen weiß ich jetzt gar nicht wirklich noch nie Gedanken zu gemacht.
00:21:19: und ansonsten was wir sozusagen wenn man uns in come down zum beispiel angucken sind das erst mal wirklich die Sachen die wir auch in den anderen folgen schon besprochen haben.
00:21:29: also wenn ihr so sagen Wenn jetzt aus einer langen Feiernacht kommt, dann würde ich immer empfehlen oder es wäre so ein bisschen der kleine Hinweis.
00:21:40: Also klar kann man sich das einfach machen nach Hause gehen und dann ins Bett legen.
00:21:44: Handy ist nahe da, man lässt sich so fallen gibt sich dem Algorithmus hin aber an sich eigentlich könnte man das ganz... ja vielleicht auch schöner zu zelebrieren, indem man das ein bisschen anders nämlich vorbereitet.
00:21:59: Also sei es schon sich einen kleinen Plan zu machen – Wasser trinken, das gute Essen was kleines Leichtes und was man gut verträgt.
00:22:08: Dass man die Musik sich ausgesucht hat am besten sogar.
00:22:14: Schon die Gute Doko oder netten Filmen Vorher mal mit beschäftigt hat, weil ansonsten fängt man ja auch da.
00:22:22: Kennt ihr vielleicht auch beim Stürmingen-Ambienter?
00:22:23: Fängt man da schon wieder an sich so durch zu scrollen.
00:22:26: und die Entscheidung oh mein Gott!
00:22:27: Das heißt im Westen habt ihr wirklich diese Entscheidung sogar schon getroffen was gucke ich mir danach an?
00:22:32: oder habt eure fünf wohlfühle Filme die all times favorites Genau.
00:22:39: Und ganz, ganz zentral auf jeden Fall ... dass ihr, wenn es in welchen Säute ihr beim Come-down an unten Richtung geht und die Angst besetzt ist, wo ihr merkt, das Panik oder whatever, dann kontaktiert auf jeden fall Zeit eure Freunde.
00:22:56: Am besten ist es eh immer, wenn ihr beim come down den auch so zelebriert, dass ihr am Besten nicht alleine seid.
00:23:01: Ich habe jetzt schon gedacht, du würdest ganz sagen verzichtet auf euer Handy.
00:23:05: Weil es gibt ja und das verstehe ich auch die Empfehlung dass zumindest vor der Schlafenszeit man ein bis zwei Stunden ein Bildschirm freie Zeit machen sollte.
00:23:15: Ihr seht auch den Mehrwert.
00:23:16: immer wenn ich das mal schaffe schlafe ich auch besser aber ist nicht einfach für mich.
00:23:20: hast Du denn noch praktisches Safer-Use Digital Safer Use Tipps für uns?
00:23:25: Also es gibt wunderbare Apps auch wo mein Beispielsweise ... bis Zeiten einstellen kann, das kann manchmal helfen.
00:23:33: Beispielsweise für TikTok zu sagen okay maximal eine Stunde am Tag wo man dann dran erinnert wird.
00:23:40: also dieses Bewusstsein die Zeit ist irgendwie schon vorbei.
00:23:43: Das kann man beispielsweise auch noch mit einem Code irgendwie versehen, dass es eine Möglichkeit... Ich kenne aus der Beratungsstelle oder von Ratsuchenden die denn auch manchmal sagen sie wissen Wenn Sie beispielsweise einen schwierigen Abend haben oder schon das Gefühl haben, boah heute Abend wird es schwierig.
00:24:00: Dass sie denn das Smartphone erst mal nur im Briefkasten legen?
00:24:04: Also kommen sie heim, keiner schaut und sie legen sie ins Briefkast und dann ist der Smartphone erstmal weg so.
00:24:11: Und schildern dann, dass der Abend dann viel viel anders läuft weil jetzt ein bisschen... Ich vergleiche jetzt mal mit Süßigkeiten oder Schokolade wenn ich eine schale Chips auf dem Tisch steht, dann bin ich der erste, der reingreift.
00:24:25: Wenn die aber nicht außen steht, kommt auch gar nicht so diese Gelüste denn auf.
00:24:30: und so ist es im Smartphone auch.
00:24:32: Sobald ich das eben in Reichweite sehe, ist der Impuls unglaublich stark da einfach wieder drauf zu greifen.
00:24:41: Und du hast schon ganz tolle Tipps gesagt was auch hilfreich sein kann die Benachrichtungen, die Push-up-Benachrichtigungen auszuschalten.
00:24:52: Dass das mich nicht ablenkt.
00:24:54: Ich finde es auch wenn man eine Serie schaut auch mal das Smartphone wegzulegen also nicht direkt neben dran und ich habe jetzt hier starre Tipps.
00:25:03: aber bei mir funktioniert das auch nicht immer alles gut.
00:25:06: Aber ich kenne es eben bei einer Serie dann kommt irgendwie das Gefühl von Eine Sequenz, die mich eben nicht so catcht.
00:25:13: Da ist der Griff unglaublich schnell zum Smartphone um schnell zu gucken ah was ist da und sag bin ich wieder drin und hab dann doch wieder zehn Minuten wann das Serie irgendwie verpasst?
00:25:22: Absolut!
00:25:22: Und ich habe jetzt also die Fähigkeit oder es gibt ja die Theorie dass Multitasking gar nicht so existiert sobald sie dieselben Regionen im Gehirn quasi wenn Eine Aufgabe ist, die beides der prefermentale Cortex quasi erfordert.
00:25:37: Dann ist multitasking nicht möglich.
00:25:38: du kannst nicht diese Serie gucken und auf dein Handy.
00:25:41: Du guckst auf dein Handi.
00:25:42: wenn du denkst oder meinst zu wissen wie der Handlungsstrang ist und du nichts verpasst dann nimmst du noch das Handy in die hand.
00:25:48: sich auch so verspannen finde ist dass weniger junge Menschen rauchen und eine der Theorie ist, dass sie die Hand nicht mehr frei haben.
00:25:56: Die brauchen das für das Handy zum Scrawl.
00:25:58: Zum Beispiel werden Sie auf dem Bus warten?
00:26:00: Das fand ich auch eine ganz spannende Theorie.
00:26:04: August hätte das gefragt.
00:26:06: Gibt es einen Unterschied in diesen Medienverhalten?
00:26:08: Ich sehe z.B.
00:26:09: hier die Jen Zila laufen auch manchmal rum mit diesem alten Klapp-Handy.
00:26:15: Ist da gar kein Internet drauf!
00:26:21: Also kann ich jetzt so gar nicht beantworten, also aus der alltäglichen Arbeit ist natürlich das Handy viel präsenter auch.
00:26:33: Mir fällt es manchmal im Alltag auf dass junge Menschen in anderen Umgang haben wie jetzt meine Generation.
00:26:42: Ich bin fünfzig und da finde ich junge Menschen, die gehen manchmal viel sorgsamer um gerade wenn sie im Kontext mit anderen Personen ist.
00:26:48: Wenn Sie Bilder machen, wenn sie Fotos machen.
00:26:50: Denn oh, Entschuldigung!
00:26:51: Ich habe sie fotografiert.
00:26:53: Das passiert mir schon eher.
00:26:55: Menschen meiner Generation, die finde ich, gehen da manchmal viel unvorsichtiger um.
00:27:00: also das finde ich auch nochmal rauszustellen, ist mir wichtig.
00:27:04: Es ist eine andere Awareness also dass man eben... Also es gibt ja auch zum Beispiel in der Clubkultur haben wir eigentlich auch das No Pictures on the Dance Floor oder überhaupt ein generelles Verbot von Kameras allgemein was ich auch gut finde.
00:27:19: Ich zum Beispiel habe mir Inseln gelegt die Spaziergänge mit meinem Hund da bleibt zum Beispiel das Handy zu Hause und dann nehme ich die Natur auch ganz anders war und auch wenn's nur ne kleine Zeit am Tag ist hat das schon teilweise etwas sehr erschleunigen ist.
00:27:33: Gordon, wie kann ich denn noch meinen eigenen digitalen Raum vielleicht so gestalten dass er eher für mich ist statt gegen mich?
00:27:39: Du hast schon gesagt Doomscrolling keine gute Idee.
00:27:42: zum Beispiel weil ich habe so Meditations-Apps und sowas dort drauf gibt es da ein gutes digitale Setting was mich eher pusht statt Energie raubt?
00:27:51: Es gibt eine App die unterschiedliche Apps eines OneSec beispielsweise.
00:27:57: wenn ich die darauf mache dann kann ich einstellen das bevor ich eine App öffne ... für gehen zehn Sekunden und dann kommt man nochmal ans Überlegen.
00:28:05: Ah, muss ich jetzt wirklich auf Insta noch mal draufgehen?
00:28:07: Man hat die Möglichkeit in diesen Sekunden einfach zu überlegen... ... gehe ich darauf oder gehe ich nicht drauf.
00:28:14: Also da gibt es so unterschiedliche Apps.
00:28:16: Ich glaube erstmal im Bewusstsein zu schaffen um auch die Zeit zu tracken.
00:28:21: Einmal eine Woche draufzuschauen und wie viel war ich denn jetzt die Woche zugange bei den unterschiedlichen Netzwerken.
00:28:29: Sonst finde ich auch immer hilfreich sich Räume zu schaffen, wo ich bewusst mein Smartphone weglege.
00:28:37: Du hast gesagt beim Spazierengehen mit dem Hund, beim Essen beispielsweise dass da das Smartphone wegelegt wird und so kann man das ja in unterschiedliche Bereiche ausweiten wenn man mit Freunden unterwegs ist oder es gemeinsam auch zu tun zu sagen ah komm lass uns jetzt einfach mal die nächsten halbe Stunde Smartphone in die Tasche.
00:28:55: Und wir bringen jetzt so die Zeit miteinander und eben nicht gleich immer alles wieder aufzunehmen, Bilder zu machen.
00:29:01: Was hältst du da von Leuten entfolgen?
00:29:04: Oder weiß ich nicht, das ist mein Hack.
00:29:06: Also gerade TikTok finde ich ... Das sagt immer, es ist RTL-Zwei unter den Social Media Plattformen.
00:29:11: Da versuche ich immer so ganz viel Beauty Influencer auf mich mit.
00:29:14: Dann sehe ich aus wie jemand der einem Schminktutorial Interesse hätte und dann denke ich mir, okay, dann müssen wir jetzt erst mal ganz viele politische Inhalte angetippt werden oder witzige Tiervideos.
00:29:24: Was hältste von sowas?
00:29:26: Unbedingt.
00:29:27: Also das eine ist, inhaltlich noch mal drauf zu gehen, Leuten zu entfolgen oder den Algorithmus dementsprechend zu gestalten.
00:29:36: Bei mir hat es irgendwie nicht geholfen.
00:29:38: so meine Nutzungszeit hat sich damals nicht verändert und ich habe mich dann beispielsweise entschieden aktuell kein Insta mehr auf meinem Smartphone zu haben.
00:29:49: manchmal mache ich eine Pause, die geht ein paar Monate und dann mach' ich es mir wieder drauf.
00:29:53: Guck's mir wieder an!
00:29:54: Aber sich das immer wieder anzugucken wo bleibe ich denn hängen?
00:29:59: Und was tut mir gut?
00:30:00: oder wo bleib ich nicht so
00:30:02: hängen?".
00:30:02: Und um nochmal zurückzukommen vom Doom-Scrolling da kann sie eben auch hilfreich sein nicht fünf Nachrichten-Apps auf dem Smartphone zu haben sondern sich eben gezielt für eine zu entscheiden.
00:30:15: Am besten vielleicht auch eine App, die wenig mit Push-Benachrichtigungen und so aktuellen ganz schnellen Fiez denn auch immer reagiert.
00:30:24: Ich habe einen Freund der hat also das könnte ich jetzt nicht, Instagram und sowas komplett von ... Hennen vom Handy genommen und hat gesagt, ich nehme den stationären Rechner ja viel seltener.
00:30:35: Und da wo ich weiß dass sich ganz besonders anfällig bin viel Zeit drauf zu verschwanden habe ich gar nicht auf dem Handy.
00:30:40: das ist etwas was ich komplett morgens einmal eine Stunde und abends einmal eine stunde was immer noch super viel lebenszeit ist dürfen wir nicht vergessen.
00:30:48: du hast eben noch was wichtiges gesagt.
00:30:50: du hast gesagt dieser Ich glaube, es hatte was sich zu informieren.
00:30:54: Also ich möchte ja irgendwie weniger aber ich will mich ja auch informieren, was hältst du zu diesem Spannung?
00:31:00: Was sagst du so zum Spannungsfeld?
00:31:05: Informieren ist gut finde ich wichtig, aber sich da auch Zeiten zu setzen gerade wenn man merkt dass man sich in Themen verliert Wenn man es eben nicht schafft zu sagen, okay ich informiere mich jetzt eine Stunde oder zwei Stunden.
00:31:21: Sondern merkbar das sieht sich so durch die nächsten Tage und Ich swipe von einer App zur nächsten App.
00:31:31: Also das auch für sich gezielt zu machen und einen Bewusstsein zu schaffen, um die es eben zu reduzieren.
00:31:38: Und dann natürlich jetzt die Frage, du hast gesagt ich bin gar kein Verfechter von irgendwelchen Verboten.
00:31:43: so lange mein des gesundenen Mittelmaß hat alles irgendwie seine Berechtigkeit.
00:31:47: Wann würdest du denn sagen dass ich mir ein bisschen Unterstützung außerhalb des Freundeskreises vielleicht auch suchen sollte?
00:31:54: Das was ich vorher schon auch angesprochen habe, also wenn ich wirklich merke dass sich mein real life und da meine ich eben das Leben so außerhalb der virtuellen Welt.
00:32:04: Wenn ich das immer mehr vernachlässige und mich immer mehr zurückziehe in die virtuelle Welt.
00:32:12: Probleme die auftauchen.
00:32:13: es hat ganz häufig damit zu tun wirklich mit Rückzug.
00:32:16: Also Rückzug in die virtuelle Welt Kontakte, Real-Life-Kontakte für Nachlässige.
00:32:22: Also das finde ich ein erstes wichtiges Signal und wenn ich dann merke bei mir gelingt es eben nicht wieder rauszugehen oder das andere zu reduzieren sich dann gegebenenfalls weitere Unterstützung zu holen.
00:32:36: Ich hätte vielleicht noch eine kurze Frage an dich weil das eine ist ja dass sich jemand dann wahrscheinlich an euch in solchen so einem Falle sich an euch wenden könnte ne?
00:32:44: Wenn man jetzt zum Beispiel Merkt, okay ich hinterfragt mich.
00:32:48: Ich kann irgendwie ... fragt mich, kann ich noch eine Pause machen?
00:32:51: Oder nee es fällt mir irgendwie schwer.
00:32:53: oder ich möchte tatsächlich das aktiver angehen und mir vielleicht Ziele setzen und Tipps von den Profis.
00:32:59: Das ist eine.
00:33:00: dann kann ich zu euch kommen, kann nicht eigentlich auch zu euch gehen wenn ich merke Es geht gar nicht um mich sondern um ne Freundin, ein Kumpel der Onkel.
00:33:09: also gibt's ja ne Und was ratet ihr dann?
00:33:14: oder wie würdet ihr da eigentlich so ein bisschen, wie wäre euer Ansatz?
00:33:17: Also
00:33:17: zu uns kann erstmal jeder kommen der sich Gedanken, Sorgen über den eigenen Konsum macht.
00:33:23: Man muss noch keinen Suchtverhalten haben aber vielleicht das einfach mal reflektieren möchte mit einer außenstehenden Person oder auch mit anderen Personen in der Gruppe und natürlich auch Angehörige die sich sorgen machen um den Konsumen nach Freunden der Schwester dann einfach bei unseren Termin machen und wieder allein vorbeikommen oder die betroffene Person, wenn sie Lust hat auch mitzubringen.
00:33:50: Also das ist ganz offen!
00:33:53: Die Frage von Angehörigen ist ganz häufig was soll ich machen?
00:33:56: Soll ich das ansprechen?
00:33:59: Wie soll ich damit umgehen?
00:34:02: Und wir raten immer dazu es wirklich anzusprechen Und aber nicht anzusprechen, du bist doch süchtig.
00:34:10: Also nicht in eine Beurteilung zu gehen sondern eher die Sorge auszusprechen.
00:34:16: Ich mache mir Sorgen dass es dir gar nicht gut geht.
00:34:18: ich sehe du bringst immer mehr Zeit.
00:34:21: Du hast jetzt schon die letzten Verabredungen immer abgesagt.
00:34:24: also da nochmal nachzufragen was denn eigentlich los ist ob's denn wirklich das Smartphone ist oder vielleicht auch etwas anderes passiert ist was man irgendwie gar nicht mitbekommen
00:34:33: hat.
00:34:35: Gibt es sonst noch was zum Thema zu sagen?
00:34:37: Es ist natürlich ein großes Feld.
00:34:38: Und ich finde, das ist auch kein einfaches Feld weil bei einer Spielbank
00:34:41: z.B.,
00:34:41: da kann ich mich sperren lassen oder Substanzen ... Kann ich mich fernvonhalten, Freundeskreide so wechseln aber so ein Handy... Das ist einfach ein bisschen wie Alkohol und omnipräsent.
00:34:52: Also so krass in der Gesellschaft anzukommen dass du ja auch schwer von fliehen kannst.
00:34:58: Gibt es vielleicht noch Self-Check in Fragen August, die du noch mit an die Hand geben möchtest?
00:35:03: Für euch da draußen einmal zum Reflektieren.
00:35:05: Genau, vielleicht um sich einmal auch zu hinterfragen.
00:35:09: Welche Fragen ich mir dann stellen könnte?
00:35:14: Wenn ich gerade skrolle... Also habe ich eigentlich wirklich einen Grund grad zu scrollen, suche ich wirklich etwas oder mache das wirklich gerade los?
00:35:23: und wenn ja oder wenn ich gar keinen Ziel hab was möchte ich also kurz mal innezuhalten und sich zu hinter fragen, was möchte?
00:35:33: Man kann auch um sozusagen diese Gedanken wirklich nochmal sich die Zeit zu nehmen.
00:35:37: Auch mal das Handy einmal kurz weglegen, sei es eins zwei drei Minuten.
00:35:41: Man kann sich wie besprochen einen Timer stellen.
00:35:45: man kann auch wirklich genau ob man sollte vielleicht auch einfach kurz Pausen einlegen und wenn man Schwierigkeiten mit dem aufhören hat dann gibt's einfach vielleicht auch den Gang zu den Expertinnen und sei es nur um sich Ziele zu setzen.
00:35:58: Und was ich immer wichtig finde, wirklich zu betonen ist.
00:36:02: Wenn man Experte dann auch mal fragt es gibt keinen Grund sich dafür zu schämen oder schwach zu fühlen sondern das ist ja eher wirklich sozusagen ein Ausdruck grad in diesem Bereich von Ich kümmere mich um mich, ich nehme das ernst und kümmer mich um meine Medienkompetenz die vielleicht nicht immer vom Himmel fällt oder die wir gar nicht so gelernt haben lernen konnten.
00:36:28: ein lebenslanger Lernprozess und ich frage mich immer auch, also unser Konsumverhalten was gerade Handys oder Scrollen ist natürlich auch den Jahreszeiten unterschiedlich.
00:36:39: Also immer an sich reinhorchen und gucken wo ich gerade stehe.
00:36:44: Inhaltlich habe ich da gar nicht so viel hinzuzufügen, nur Gordon.
00:36:46: Vielleicht kannst du mir jetzt noch ein bisschen Tipps geben wenn ich dich suche beziehungsweise an meinem Verhalten was ändern möchte?
00:36:53: Wo finde ich euch denn?
00:36:54: Also im Netz findet man uns unter verhalfensucht-berlin.de.
00:36:58: Da findet man die ganzen Informationen und dann gibt es auch einen kleinen Selbsttest drauf wie man bei unseren Terminen bekommt.
00:37:05: Da kann man sich erstmal informieren.
00:37:07: Wir sind verlinkt mit einer Onlineberatung auch, da kann man auch ganz anonym erste Fragen denn auch stellen und die wir dann innerhalb maximal zwei Tagen beantworten.
00:37:18: Und wer uns persönlich kennenlernen möchte in persönlichen Kontakt haben möchte, kann einen ganz unverbindlichen Termin vereinbaren.
00:37:25: Auch über die Website oder anzurufen Und dann kann man zu uns einmal kommen und dann gucken, passt das Angebot?
00:37:33: Passt die Person.
00:37:35: Man kann eine Gruppe bei uns besuchen.
00:37:37: Da haben wir unterschiedliche Angebote und ist auch recht, recht offen.
00:37:40: also man kann jederzeit auch entscheiden ah ne ich möchte doch nicht weitermachen dann vielleicht fünf Monate später nochmal kommen, nochmal nachjustieren.
00:37:49: Also da orientieren wir uns ganz an den Bedürfnissen und auch ziehen die die betroffene Person
00:37:54: mitbringt.".
00:37:55: Vielen Dank Gordon!
00:37:56: Das war der Nachtschatten Reloaded Podcast zum Thema Scrawling bzw.
00:38:01: Doomscrolling Und vielleicht ist der wichtigste Gedanke jetzt am Ende – Auch unser digitaler Konsum ist eben Konsum Und wie bei einem hilft es ab und zu einfach mal zu checken, tut mir das was ich mache denn gerade wirklich gut.
00:38:15: Wenn ihr Fragen zur Selfie Use, Konsum, Come Down oder auch anderen Themen rund um das Nachtleben habt schaut unbedingt bei so nah vorbei.
00:38:23: dort auf der Webseite oder auch vor Ort findet ihr Beratungen Informationen und weitere Unterstützungsangebote rund um Substanzkonsum und eben Selfie Nightlife.
00:38:35: Vielen vielen Dank August, vielen vielen Dank Gordon für dieses nette Gespräch und natürlich auch vielen vielen dank an euch da draußen fürs zuhören.
00:38:43: Passt auf euch auf!
00:38:44: Passt aufeinander auf und vielleicht passt auch ein bisschen auf euren Feed auf.
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